Kilometerweit für zwei Bananen
Theater in den Slums von Nairobi

Im April und Mai 2009 habe ich das erst Mal in den Slums von Nairobi gearbeitet und habe in Korogocho, Kariobangi und Huruma, dem östlichsten Teil Mathares, eine Theatergruppe gegründet. Mittlerweile arbeitet die Theatertruppe kontinuierlich zusammen und hat sich am 17. 12. 2010 beim 1. Slumtheater – Festival im Nationaltheater Nairobi präsentiert.

Während meiner Aufenthalte konnte ich feststellen, dass Theater nicht nur kultureller Luxus unsere Wohlstandsgesellschaft ist, sondern eine elementare Schule. Das Bühnenspiel fördert Rhetorik, Körperbewusstsein, Atmtechnik, Sprachbeherrschung, Sozialgefüge und soziale Kompetenz, Selbstvertrauen, Selbstbeherrschung, Dialogfähigkeit, Diskussions- und Formulierungskompetenz sowie Auftreten und die Fähigkeit, vor einem Publikum zu bestehen. Die Mitglieder des Hope Theatre Nairobi organisieren sich selbst, trainieren täglich, schreiben mittlerweile selber ihre Szenen und inszenieren sie.

Für dieses Konzept ist Geld notwendig, das zu bekommen ich mich in Zukunft bemühen will. Alle Spenden laufen in österreich über das Spendenkonto der Caritas und in Deutschland über den Verein „Kenya Art Projects“, die ordentliche Verwendung kann ständig überprüft werden. Auf dieser Homepage kann die Entwicklung des Projekts nachgelesen werden. Bitte helfen Sie mit:

–>  Einer einmaligen Spende
–>  oder einem Dauerauftrag über 5,– Euro monatlich.

Der Nutzen der gezielten Aufbauarbeit in den Slums kann sehr einfach dargestellt werden:
Ein Kind, das eine Schulbildung abschließen kann wird einen Beruf erlernen und ausüben können. Der Beruf bringt Geld. Mit diesem Geld geht das ehemalige mittellose Slumkind einkaufen. Das bringt anderen Menschen im Slum finanziellen Ertrag, der wieder für andere Menschen im Slum verwendet wird. Zum Beispiel besorgt sich der Bananenverkäufer, der Geld verdient, weil ein ehemaliges Slumkind regelmäßig Essen kaufen kann, einen neuen Handkarren, was einer kleinen Tischlerei Geld bringt, womit wieder der Metzger bezahlt werden kann. Je mehr Kinder vor der Armut, Diebes- und Drogenszene bewahrt und in ein funktionierendes Marktsystem integriert werden, umso höher steigt der Standard der Region, des Bezirks. Die konkrete Förderung von Bildung bringt wesentlich mehr, als Nahrungs- oder Produktspenden, die den Kreislauf einer Handelsgesellschaft zerstören anstatt aufzubauen.

Ich war seit meiner ersten Reise mittlerweile mehrmals in Nairobi und kann bestätigen, dass sich Korogocho seit dem Bürgerkrieg bis heute sehr positiv verändert hat und auf den Straßen der Slums, in denen „Hands of Care and Hope” tätig ist, kaum mehr bettelnden Kinder zu sehen sind. Denn sie sind in der Schule, oder im Jugendzentrum bei der Theaterprobe.

Stephan Bruckmeier

für Caritas Kärnten
www.caritas-kaernten.at
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