Vita

sirenenOperntheater
Prinz, Held und Füchsin

Musik: Akos Banlaky
Text:
Kristine Tornquist
Regie: Stephan Bruckmeier
Dirigent: Rossen Gergov
Bild: Andrea Költringer

Füchsin: Nina Plangg.
Königin: Ingrid Habermann
Fräulein: Ulla Pilz
Moritz: Romana Beutel
Prinz: Alexander Mayr
Held: Dieter Kschwendt-Michel
König: Rupert Bergmann
Lakai: Gottfried Falkenstein

Uraufführung:
 25., 27., 29., 30., 31. Oktober und 1. November 2008
 jeweils um 20.00 Uhr
Jugendstiltheater am Steinhof

Weitere Informationen unter: www.sirene.at



Der Standard, 31. Oktober 2008, Robert Spuler:

Ein Al Bundy des Musiktheaters

Wer sich heute mit dem Thema Familie beschäftigt, interessiert sich entweder für konservative Gesellschaftsmodelle oder sitzt vor einer sitcom. Oder schreibt eine Oper. Der König (Rupert Bergmann) in Kristine Tornquists (Text) und Akos Banlakys (Musik) Opera Buffa Prinz, Held und Füchsin, einer Uraufführung des sirene Operntheaters, ist so ein Pantoffelheld, ein Al Bundy des Musiktheaters. Die Geschichte um Begehren, Macht, verblasste liebe und Generationskonflikte changiert jedoch zu unausgegoren zwischen den Stühlen, will Märchen, Drama, Roadmovie und Tragikomödie sein. Die enorme Fülle an Text wird musikalisch eklektizistisch umgesetzt. Es gelingt aber nur selten, damit das anschauliche Bühnengeschehen (Regie: Stephan Bruckmeier) zu verdichten.

Wiener Zeitung, 28. Oktober 2008, Daniel Wagner:

Das Märchen von der Langeweile

Aufzählung Langweilig ist so ein königliches Dasein – zumindest, wenn es nach den bezaubernd formulierten Ideen der Grazer Librettistin Kristine Tornquist geht: Ein Märchenkönig (wortdeutlich und würdig: Rupert Bergmann), der jede Veränderung negiert, lebt neben seiner Königin (Ingrid Habermann mit schönem Timbre), die sich meist ihren Patiencekarten widmet. Der Prinz (Alexander Mayr als geradliniger Stammhalter) kann die ersehnte Schwiegertochter auch nicht erringen, denn die (Spitzname Füchsin) ist keineswegs ein adrettes Prinzesschen – pocht sie doch (impulsiv: Nina Maria Plangg) auf Gleichberechtigung. Nicht die anderen sollen um sie kämpfen, sie will vielmehr ihre eigenen Abenteuer erleben.
Geldgeiler Apparatschik
Zur Eroberung per Mittelsmann (für Nibelungenfans nichts Neues) engagiert der Prinz einen Berufshelden (Dieter Kschwendt-Michel), der sich spätestens bei Erkämpfung der Krone als geldgieriger Apparatschik entpuppt – und als verantwortungsloser Vater, der die schwangere Füchsin im wahrsten Sinne des Wortes in der Wüste stehen lässt. Der Prinz taucht unter, die Füchsin will ihren Sohn im hohen Norden abschirmen. Der kleine Held (solide: Romana Beutel) sucht dennoch die weite Welt – und alles wird fast gut. Viele Ideen hat Tornquist in den poetischen Text gepackt. Beinah zu viele, denn bei all den Längen war nun im Jugendstiltheater von einer extra "gekürzten" Fassung wenig zu bemerken. Nicht verwunderlich, wenn Komponist Akos Banlaky aus dem musikgeschichtlichen Vollen schöpfte. Nach Mahlers trauernder Solotrompete galoppierten bald Jazzklänge, bald Cembalo-Continui und Weill-Songs. Tonale Leitmotive sind geschickt gesetzt, große Höhepunkte fehlen allerdings. Dank des subtil agierenden Ensembles unter Dirigent Rossen Gergov und der einfachen, mit infantilen Amüsements spielenden Regie (Stephan Bruckmeier) gab es doch ein Happy End: Niemand will mehr regieren.

 



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